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Dienstag, 8. September 2009 Albern
irre, 12:40h
Zwei besoffene Typen - ganz offensichtlich fast unbeschwerte Jungstypen - die einfach mal ein paar Drinks kippen, um einfach mal ein paar Drinks zu kippen und dumm rumzulabern und die dann irgendwann, kurz vor dem endgültigen Absturz, auf irgendeiner halbwegs weichen Schlafunterlage wegnicken, vorher aber noch einschlägige Videoseiten im Internet durchblättern und sich über die nackten Darstellerinnen und vor allem Darsteller lustig machen, die ja alle äußerst selten eine gute Figur, sondern vielmehr blöde Gesichter und dämliche Geräusche machen. Man sollte den einschlägigen Nackedei-Videoseiten im Internet träglich Preise verleihen, so viel geistlose Unterhaltung kann noch nicht einmal das Fernsehen bieten.
[Aspirin.] ... link (0 Kommentare) ... comment Donnerstag, 3. September 2009 Summertime
irre, 12:32h
Mit dem T. am Badestrand. Der T. ist ein Mann, ich ein Junge, sagte jedenfalls irgendeine an irgendeinem Abend, den ich bereits vergessen habe.
Der T. kennt alle. Natürlich, der T. ist erfolgreicher Makler (oder so etwas in der Art), macht, nach eigenen Aussagen, ruhige bis unaufgeregte Geschäfte und hat bereits jetzt sein Soll für dieses Jahr erfüllt, so dass wir nun am Badestrand abhängen und Scheiße bauen. Komm, sagt der, wir leben ein bisschen, scheiß doch auf den stinkendes Büro mit der stinkenden Nachbarin, scheiß auf die heiße Stadt und das langweilige Leben dort, dieses sinnlose Abgehänge und Rumgegammle, dieses Warten auf das nächste große Ding, das man mit endlosem Warten sowieso nie erreichen kann. Und so schippern wir mit einem Ruderboot und einer Flasche Moet über den See, rüber an den Badestrand, hauen uns die Birne voll und kommen auf dumme Gedanken. Der Mann und der Junge, leicht gerötet vom teuren Suff und der heißen Sonne landen an, entern das Ufer und breiten aus, ihre Handtücher, um herum zu liegen und zu schauen, was die weibliche Natur zu bieten hat. Da sind wir beide Jungs geblieben. Die "Ach, wie hieß die nochmal?" kommt vorbei, T. labert mit der und grinst sich hinterher eins, irgendwann hat er mal ihrem Vater eine Wohnung abgekauft, da hockte die rum und später hat er sie mal ausgeführt ("Die ist so hübsch und kommt doch nicht raus, aus ihrem Kaff."), in irgendeine Bude, hat mit ihr rumgemacht und so und dann hat er ihren Namen wieder vergessen. Ihn schaut sie ein wenig verliebt an, mich bekommt die gar nicht mit. Die Frauen stehen auf solche Typen, die wollen keine anständigen Jungs, die wollen die richtigen Schweine, zu denen sagen sie "Mann" und zu den anderen "Jungs". Der Alkohol macht müde und blind und ich lege mich hin, während T. durch die Gegend gockelt und nach weiteren Bekanntschaften Ausschau hält, nebenan machen sich zwei Mädels breit, die aufregend aufregend aussehen und ich leide mal wieder unter meinem Lolita-Komplex, obwohl ich gar keinen Lolita-Komplex habe, sondern vielmehr, aber wen geht das überhaupt was an. Die eine, die ständig rüber starrt, hat sich ein komisches Tuch um die Hüfte gewickelt, wahrscheinlich weil sie irgendwelche vermeintlichen Problemzonen verbergen will, dabei sind da gar keine und irgendwann gehe ich dann rüber zu ihr und sage, sie solle doch mal dieses blöde Tuch ablegen, das macht die ganze Aussicht kaputt und dabei stecke ich mir eine Zigarette in den Mundwinkel, ganz schnippisch, an James Dean denkend und die geht auch noch drauf ein, Kaugummi kauend und schräg lächelnd, eine wirklich schöne Frau. Der T. kam nicht wieder und so schnappe ich mir diese Frau, mindestens zehn Jahre jünger als ich und zu mir passend wie ein tiefer gelegter Opel Kadett, aber egal, Sonnenschein und Badestrand und ein Ruderboot an der Hand, in der Flasche Moet ist auch noch was drin, also gehen wir auf große Fahrt und ich zeig ihr mal das abgelegene Ufer auf der anderen Seite des Sees und wenn ich nach Hause komme, irgendwann und ganz besoffen vom Tag, werde ich wieder vom Mann zum Jungen, vom Tiger zum Bettvorleger, vom Lebemann zum Drehstuhlbreitsitzer. Denn das liegt mir im Blut. Sagt ja auch der T. ... link (5 Kommentare) ... comment Donnerstag, 6. August 2009
irre, 16:57h
Ich verfolge niemanden, ich stalke nicht, ich interessiere mich aber, bin neugierig, aufmerksam. Manchmal, manchmal reicht ein Blick, zum Beispiel auf ein Blog, um zu wissen, ah, da ist dieser jemand doch wieder, von dem man dachte, er (sie) sei schon zum wiederholten Male für immer verloren gegangen. Und nun doch wiedergeboren. Auf der einen Seite froh, auf der anderen Seite ein wenig beschämt, weil man das Gefühl hat, durch diese Entdeckung in ein Versteck eingedrungen zu sein, als Überbleibsel einer vergangenen Zeit.
... link (1 Kommentar) ... comment Freitag, 31. Juli 2009 Oberflächlichkeiten
irre, 14:17h
Wie kommen eigentlich sexy Menschen mit ihrer sexyness klar?
Was heißt denn eigentlich sexyness? Wer definiert das, wer legt das fest? Jeder für sich allein, in seinem eigenen, stillen Kämmerlein, dasitzend und definierend. Man kann das doch nicht verallgemeinern. Angelina Jolie, zum Beispiel, sagen ja viele, sei der Inbegriff von sexyness. Da komme ich nicht mit, ich halte die für eine Schnepfe mit aufgeblähtem Kussmündchen, absolut unsexy, muss ich immer weiter blättern. Ein Ideal habe ich nicht. Ich kategorisiere auch nicht, ich schaue mich um und stelle fest: Ah, ja, sexy. Haarfarbe, Körper, Blick, Kleidung, egal, kann alles absolut unterschiedlich sein. Ich will mich nicht auf Typen festlegen. Kann ich auch gar nicht. Und, wenn ich es mir recht überlege, müssen alle schönen, sexy Menschen einen Fehler haben, irgendeine Macke, irgendeine allgemein-gesellschaftlich als unsexy definierte Eigenschaft. Die E., zum Beispiel, hat augenscheinliche "Fehler", auch die S., ein ganz anderer Typ als die E., aber beide sind sexy. Andere verstehen das nicht, ich mich aber ganz gut, man muss einen Blick für das Außergewöhnliche habe. Denke ich. Aber das ist natürlich unglaublich oberflächlich. Doch wer achtet schon in den ersten Sekunden auf den Intellekt? Später dann, ja, um ein Gesamtbild zu erhalten, dann achtet man auch auf dies. Die geistige sexyness. Der Mensch lebt doch schließlich nicht vom Sex allein. Man will ja, zum Beispiel, auch mal gemeinsam über schlechte Bücher lästern. Oder so. Das ist allerdings unglaublich unsexy. Dazu ein Gegenbeispiel. Alles nur Oberflächlichkeiten. Muss man sich auch mal erlauben. ... link (2 Kommentare) ... comment Mittwoch, 29. Juli 2009 Don´t believe the hype
irre, 12:11h
Sie sind ein Rädchen und keine Maschine, wären Sie eine Deutsche Bank, genügte ein Anruf und alles wäre wieder gut und Sie könnten sogar noch ein paar ordentliche Gewinne einfahren, mit den Anleihen, die ja nur wegen Ihnen herausgegeben werden mussten, das ist so etwas wie ein volkswirtschaftliches perpetuum mobile. Aber seien Sie froh, dass Sie ihre Bude so lautlos schließen können, Sie werden Ihren Weg doch gehen, ich kenne Sie doch, tausendundeine Idee, immer wieder auf die Füße fallen, auf den Boden der Tatsachen, die anderen aber, die großen Maschinen, werden irgendwann erkennen, dass es das perpetuum mobile nicht gibt (ohnehin wissen die das schon, nur muss der Rahm geschöpft werden, solange er noch Fett verspricht) und dann, wenn die großen Maschinen zusammengebrochen sind und die Frankfurter Skyline geschliffen und die Berliner Republik endgültig beerdigt, ja, dann, dann, dann. Seien Sie froh, dass Sie ein Rädchen sind und keine Maschine.
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Last update: 2013.11.12, 09:05
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