die innenseite von dem irren sein umkleideschränkchen
Mittwoch, 26. März 2008
Liebesnacht
Kratzen, Stoßen, Beißen, ganze Nächte, ganze Leben, angefüllt mit Lust, Lust, Lust. Peitschenhiebe treiben durchs Gehirn, reißen auf die tiefen Wunden, wir laben uns an feuchten Düften, warm und heiß, verführerisch. Ich schau dir zu, du siehst mich an, die Nacht ist fast unendlich, der Morgen dann, ein Wunder fast, die Lust ist unvergänglich. Dann liegst du dort, im warmen Wasser, Schaum umhüllt der nackte Körper, ich les dir vor und trag dich dann, ins Bett, hinein in unsre Höhle. Es ist so schön, es schmerzt so gut, man merkt, man ist am Leben, ach wär es nur für immer so, was würde ich für geben.

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Dienstag, 25. März 2008
Die sexyness einer künstlichen Frau.

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Und dann versteht Mann sich selbst nicht mehr und schiebt alles auf eine Art Grundtrieb.

Und dann sitzt Mann in einer Bahn und liest und neben ihm sitzt eine, die aussieht, als könnte sie Bloggerin sein, wobei Mann sich fragt, woran Mann dies erkennen will, woran Mann dies festmachen könnte. Es folgen weitere verquere Gedanken, die alle auf dem Abstellgleis landen, manche haben mit Sex an abwegigsten Orten mit den abwegigsten Menschen, manche mit Liebesgedichten, aber manche auch mit schwarzen Löchern zu tun, in die Mann sich immer wieder selbst hinein katapultiert, die aber zu nichts anderem als einem weiteren schwarzen Loch führen. Huhuhu, denkt Mann da und erfreut sich am fallenden weißen Schnee, der so manches Geheimnis verhüllt. Zeitweise, jedenfalls.

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Donnerstag, 20. März 2008
Illusionen
Dieses Gefühl ist mir wohlbekannt. Aufregung. Der Magen zieht sich zusammen, man hat das Gefühl, irgendetwas schlechtes gegessen zu haben und nun ständig auf Klo zu müssen, ein beständiger Druck in der Magengegend. Wohlbekannt, diese Aufregung. Und dann kam sie. Ich saß dort so, versunken in mich selbst, versuchte, die Krämpfe zu bändigen, mich auf sie zu konzentrieren, mich selbst zu beruhigen und dann kam sie. Hallo. Zitternde Hände, zitternde Stimme, sie fragte mich, ob ich immer so aufgeregt sei, ja. Sie lachte. Nach einer Stunde war das Gefühl weg, verschwunden, in Vertrauen und Wohlgefühl aufgelöst, Entspannung machte sich breit. Nach einer weiteren Stunde gingen wir Hand in Hand durch die Straßen, irgendwann küssten wir uns. Ja, sagte sie dann später, als ich auf ihrer Couch saß und sie auf meinem Schoß, mir tief in die Augen schauend, ja, sagte sie dann, das tut gut. Und es tat gut. Alles, jedes langsame Ertasten des fremden Körpers, Entdeckungsreise in fremde Länder, fremd, aber vertraut, vor allem ihr Geruch. Irgendwann sagten wir gar nichts mehr, sahen uns nur noch an oder küssten uns und erregten uns an unserer Erregung und liebten uns und lagen ineinander verschlungen im zerwühlten Bett und liebten uns und schliefen ein.

Der Morgen graute, draußen war es kalt, erfrischend kalt und trocken und ich schaute aus dem Fenster, in die Fenster der gegenüberliegenden Häuser, in denen bereits Menschen aufstanden und sanft Kinder weckten, auf die Straße, auf der sich erstes Leben regte und ich schaute auf sie, wie sie in ihrem Bett lag, eingehüllt in zarter Bettwäsche, die dunklen Haare über dem Kopfkissen verteilt, süßen Duft ausströmend und ich fühlte mich wohl. Zuhause. Zuhause? Wo soll das sein? Dort, wo ich eigentlich sein sollte? Dort, wo ich jetzt bin? Ist es nicht so, dass ich mich ständig selbst aus meinem Leben reiße und in Illusionen katapultiere, Illusionen, die mehr Phantasie sind, als Wirklichkeit und die am Ende nur noch Schmerzen bereiten? Ich kann nicht nach Hause, dachte ich, aber ich kann auch nicht hier bleiben, hier ist es so schön, so schön, viel zu schön und was, wenn die Illusion wieder stirbt und ein weiterer Baum durch meine Hand gefällt wird, alles vorbei ist? Ich kann das nicht, obwohl es so schön ist, so schön, so schön.

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Dienstag, 18. März 2008
Irre
Und dann sieht sie mich an, lange, und ihre Augen funkeln, nicht nur ein bisschen, sondern intensiv und ich kann gar nicht wegschauen, aber auch nicht hinschauen und dann lacht sie, lacht dieses gefährliche Mädchenlachen, dass einen Mann völlig einnimmt und keine Kompromisse zulässt und plötzlich sagt sie: "Bis heute abend."

Was soll das, denke ich, aber dann sage ich natürlich "Ja." und sie geht einfach, kichernd und ich sehe ihr hinterher, taxiere und fixiere und sie dreht sich um und kichert immer noch und sagt: "Ich weiß, dass du mir grad auf den Hintern schaust." und dann geht sie, so einfach.

Heute abend, ja, na gut, dann muss es wohl so sein, nein, nicht muss, darf, endlich. Aber neben den heftig schwirrenden Schmetterlingen ist da trotzdem diese Skepsis, dieses Gefühl, ganz nah an der Grenze zu sein, so nah, dass nur noch ein Schritt fehlt, meinetwegen auch eine kleine Berührung, ein Kuss und dann noch ein fliegendes Kleidungsstück, um diese Grenze zu überschreiten, einen unbekanntes Terrain betreten lässt und auch die Frage nach dem Wohin.

Na gut, heute abend, so soll es sein.

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Montag, 17. März 2008
Mel Ramos - Martini Miss (1), 1995

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