| die innenseite von dem irren sein umkleideschränkchen |
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Dienstag, 8. April 2008 Lost
irre, 12:46h
Sie liegt da, einfach so und ich schaue sie an und sie liegt einfach so da. Da ist nichts mehr. Nichts. Jede Berührung zuviel, jedes Lächeln, jeder Gedanke. Warum ist das so, frage ich sie, aber sie weiß es nicht oder tut einfach nur so. Kannst du mich wenigstens verstehen? Wirst du verstehen, dass ich jetzt gehe? Seit Monaten ist das so und es gibt nichts mehr, keine Gespräche, keine Gedanken und am schlimmsten ist die Berührungslosigkeit, jede Berührung eine Verbrennung, ja, zieh nur deinen Arm weg, gib mir nur noch einen flüchtigen Kuss, leben kann ich so nicht mehr. Nein. Nein, ich werde jetzt gehen und deine Tränen, mein Schatz, deine Tränen, sie werden auch die meinen sein, ja, das werden sie. Und ich werde durch die Stadt ziehen und mich verstecken, am meisten vor mir selbst, vor diesem Versagen, vor dieser Niederlage, der Verlust einer so wunderbaren Liebe, das kann nur eine schreckliche Niederlage sein, nichts anderes. Aber dann, dann, dann gehe ich zu Belle und werde mich dem hingeben, was du mir seit Monaten verweigerst, Gefühlen, die uns nun nicht mehr verbinden, es ist vorbei, vorbei, vorbei, so weh das auch tut, es ist vorbei.
... link (0 Kommentare) ... comment Freitag, 4. April 2008
irre, 10:46h
Was am Morgen bleibt, sind ein paar Haare auf dem Kopfkissen, ihr Geruch, der wie ein Frühlingshauch durch die Bude zieht und die Erinnerung an nackte Füße, die müde über den Boden schlurften, bevor die Wohnungstür langsam von außen zugezogen wurde.
... link (0 Kommentare) ... comment Donnerstag, 3. April 2008
irre, 23:10h
Und während man auf das ersehnte Klingeln wartet und die erste Flasche "Irgendwas" schon fast geleert ist, surft man sich durchs Internet, auf der Suche nach dem unvermeidlichen, dass man auch immer findet. Hier gibt es alles und nichts. Leere Versprechungen, Verheißungen, Illusionen, ganz viel Illusionen, unglaublich viele Illusionen, es gibt Freude, es gibt Leid, echtes, gespieltes, ver-und gewünschtes, es gibt sogar Mitleid, menschliche Regungen, aber selten positive, es gibt Reflexe, es gibt Psychosen, es gibt Anonymität. Das ist der digitale Verfall und ich kann mir nichts schöneres vorstellen. Einen Fernseher habe ich nicht, ich habe das Ding rausgeschmissen, rausgetreten, aus der Bude, dieses Ding war ein Krampf, eine Zumutung, dieses Ding war der reinste Beschiss.
Das Internet macht mich auch nicht glücklicher, aber hier besteht noch Hoffnung. Der mediale Verfall der Televisionen hat meine Schmerzgrenze überschritten, hier gibt es immer noch Dinge, die irgendwie erfüllen, gehaltvoll sind, vom täglichen Schmerz der eigenen Idiotie und der Idiotie der anderen ablenkt. Aber auch das ist nur ein Ablenkungsmanöver. Das wahre Leben findet in der Berührung statt, im Erleben eines anderen, in jeder Interaktion mit einem anderen Körper, einem anderen Geist, immer mit dem Risiko, Schmerzen erleiden zu müssen und Schmerzen zu bereiten. Ein Laptop, ein Wein und das Wissen, dass sich in ein paar Minuten, in einer halben oder ganzen Stunde die Tür öffnen und dann alles alles alles für Stunden vergessen sein wird, das hält mich über Wasser, das hält mich wach, ja, es könnte sogar sein, dass es sogar ein wenig Glück erzeugt. ... link (0 Kommentare) ... comment irre, 10:06h
Ist das eigentlich ein anerkannter, klinischer Zustand, diese emotionale Entscheidungslosigkeit? Immer wieder das eine zu wollen, das andere aber auch? Stecke ich immer noch in dieser pubertären Phase, in der ich immer alles und das gleichzeitig wollte? Oder mangelt es mir einfach an der Fähigkeit, mich festzulegen?
Was willst du? Das fragt sie mich. Mich! Das muss man sich mal vorstellen, ich, als Prototyp des Unentschlossenen, als Musterbeispiel des alles gleichzeitig haben wollenden, fast gänzlich ohne schlechtes Gewissen, als Typ, der mit einer gewisser Skrupellosigkeit, ja, fast Emotionslosigkeit durch die Gegend marschiert, gerade ich soll mich festlegen, sagen, was ich will? Ich will dich in meiner Kiste, heute Nacht, das will ich, klaro? ... link (0 Kommentare) ... comment Dienstag, 1. April 2008
irre, 11:40h
Und dann steht sie im Bad, vor dem Spiegel, die Haare bis zum Hintern, diesem Hintern, und sie trällert ein Lied, während sie sich fertig macht, für einen neuen Tag und ich bin hin und weg, diese Person, die Luft, die sie umgibt, eine Aura des Guten, und ich, der da nicht reinpasst, warum liege ich hier und schau ihr zu? Und warum bin ich entzückt statt morgenmuffelig und unausgegoren? Welchen Pfahl trieb sie mir ins Herz und will ich das überhaupt? Egal. Wirklich. Ich lebe!
... link (0 Kommentare) ... comment Freitag, 28. März 2008 Ausgespuckt und doch kein Ende
irre, 09:26h
Niemand hat Kuchen mitgebracht. Ich liebe Kuchen und es gab Zeiten, in denen brachten wir uns alle Nase lang Kuchen mit, setzten uns zusammen und palaverten, dass es über die Gänge schallte und machten uns den unvermeidlichen Büroalltag irgendwie erträglicher. Das ist vorbei. Niemand bringt mehr Kuchen mit, ab und zu trifft man sich beim Kaffee holen, blickt sich mürrisch an und schweigt. Keine Ahnung, woran das liegt, wahrscheinlich haben wir uns entfremdet, wie das in jeder beschissenen Beziehung passiert, meistens passen eben Menschen nicht zu Menschen. Jedenfalls nicht auf Dauer.
Ich habe keinen Bock. Das hier ist alles Kühlschrank und wenn ich mir überlege, ich könnte bei ihr im Bett liegen, mit meiner Hand auf ihrem Arsch, sinkt meine Motivation in den untersten Bereich. Dieser Arsch. Ein Prachtexemplar. Keine Ahnung, warum ich so auf Ärsche stehe. Wahrscheinlich weil ich selbst einer bin. Arsch und Arsch gesellt sich gern. So ist das wohl. Und jetzt kommt auch noch das Wochenende. Da muss ich wieder Arsch sein, menschlich gesehen. Fassen wir zusammen: Kein Kuchen, kein Bock und dann diese gelebte, miese Arschigkeit, das Leben ist irgendwie doch ein Dreckloch. Immerhin: Die Sonne scheint. Der ist das alles egal. Ob wir hier leben oder nicht, die scheint und scheint und scheint, bis sie irgendein Naturgesetz vom Himmel holt und alles endlich vorbei ist. Amen. ... link (0 Kommentare) ... comment ... older stories
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Last update: 2013.11.12, 09:05
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