die innenseite von dem irren sein umkleideschränkchen
Dienstag, 22. Januar 2008
Personenunabhängige Begierde. Lust, die auf die verschiedensten Subjekte projeziert wird. Alles ein Produkt innerer Unzufriedenheit, Unbefriedigtheit. Durch die Welt stolzieren und träumen, wohlwissend, dass neunundneunzig Prozent der Träume wohl nicht in Erfüllung gehen werden, nicht, weil sie nicht im Bereich des Möglichen liegen, sondern weil der Schatten, der vor ihnen steht, nicht überwunden wird. Die Gründe sind verschiedentlich, Angst steckt in allen, versteckt sich nicht, ist offensichtlich, hervor gebrochen, schier unüberwindbar. Auf der einen Seite Ablehnung, offen, unversteckt, auf der anderen Seite der Mangel an Offenheit, Selbstüberwindung, man belügt sich gerne selbst. Es gibt dich und dich und dich und und und. Es könnte so einfach sein, die Sache mit dem Glück, aber stimmt das auch?

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Freitag, 4. Januar 2008
Stimmt ja. Dieses Blog hier. Das gibt es ja auch noch. Man vergisst so vieles, im Rausch und in der Nacht, wenn man sich in Träumen verliert und dann klitschnass erwacht, ja, dann denkt man doch nicht an irgendein Blog. Nicht ich. Aber, nun doch.

Die erste Erkenntnis des neuen Jahres: Ehrgeiz frisst die Seele auf. Aber, ist es denn überhaupt Ehrgeiz? Ist es nicht einfach nur Dummheit, nach Perfektion zu streben, immer das Beste zu wollen, um dann, wenn man es vermeintlich erreicht hat, nach noch besserem, glänzenderem, schönerem zu streben?

Komm mit, sagte ich zu ihr, wohl wissend, dass ich damit alles, was ich bisher erreichte aufs Spiel setzte, alles, wofür ich mich selbst und noch so manch anderes überwunden hatte, jetzt, das perfekte Antlitz erblickend, das vermeintlich noch perfektere und begehrenswertere, erhöhte ich also meinen Einsatz noch einmal, Schmerzgrenzen überwindend, setzte alles auf eine Karte. Und, sie kam nicht mit. Trunken vom glasklaren Alkohol kam ich zur Erkenntnis, dass es immer so weitergehen und alles in Zerstörung enden wird, es sei denn, Schatten würden übersprungen und ich selbst könnte mich überwinden, mich abfinden, zufrieden sein, zurücklehnen und genießen. Aber nein.

Das Feuer kann jederzeit entzündet werden, es wird sich zeigen, ob irgendwann auch einmal die Finger zurückzucken.

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Freitag, 30. November 2007
Ausgerechnet zur Verleihung eines Preises an diesen dämlichst lächelnden Schauspieler und Sektenmann schalte ich den Fernseher ein. Sofort überkommt mich diese unglaubliche Müdigkeit und die unbändige Lust, mich bei "Mein neues Leben" anzumelden, um meine Auswanderung in die afrikanische Savanne, irgendeine Steinhöhle, fernab jeder Zivilisation, fernsehtechnisch zu zelebrieren. Dass Tom Cruise für irgendwas irgendeinen Preis bekommt, weil er nen aufrechter Mann ist, meine Fresse. Aufrecht für Scientology. Aber bitte, bleiben wir doch tolerant. Ich meine, die FAZ, die wird doch auch nur noch von irgendwelchen grauhaarigen rückwärtsgewandten Daddys gelesen, die am liebsten jeden Pups staatlich geregelt und überwacht hätten, alles für Freiheit und Sicherheit und überall lauert die kommunistische Gefahr, da ist es doch nur Konsequent, wenn der Schirrmacher dem aalglatten Milchbubi einen Bambi, ausgerechnet für Courage, in den Hintern schiebt in die Hand drückt. Natürlich, jetzt klatschen alle brav und freuen sich, immerhin gab es vielleicht den einen oder anderen sehenswerten Film mit dem und der ist doch eigentlich ganz harmlos und nen fescher Schwiegersohntyp, ich kann nicht klatschen. Ich finde das ekliger als jede hier oder anderswo aufgeschriebene Fickgeschichte. Dieses unqualifizierte Lobpreisen von Idioten. Die Welt ist aber so, sagte man mir.

"Es lebe das heilige Deutschland".

Savanne, ich komme.

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Montag, 26. November 2007
Dieses flickr da, das geht mir so ungeheuerlich auf den Sack. Wenn ich mir schöne Bilder anschauen möchte, geh ich halt woanders hin, wo man nicht so blöd angemacht wird. Penner. Arschlöcher. Ist doch kein youpr0n, ey.

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Was soll das überhaupt? Ich denke, du weißt es. So wie du mich anschaust. So ganz beiläufig. Und wenn wir uns auf der Straße treffen. Du bist Zwilling und viele behaupten von dir, dass du dich gut verstellen kannst, dass du auch ganz anders sein kannst, dass alles, was du von dir zeigst, eine Maske ist und dahinter? Was ist dahinter? Das, was ich vermeintlich spüre? Was ich vermute, aus deinen Augen ablesen zu können? Manchmal gebe ich mir recht und mache mir Hoffnungen. Und dann? Dann zerstörst du jede einzelne davon. Mit einer Bemerkung, manchmal auch nur mit einem einzigen Blick. Aber da ist etwas. Mit diesem Gefühl habe ich mich bisher selten getäuscht. Da ist etwas. Nur was?

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Montag, 12. November 2007
Briefe an die Geliebte IV
Das Problem ist ja nicht die Tatsache an sich, sondern das beständige Gefühl. Heute Nacht zum Beispiel träumte ich wieder so real von dir, dass es weh tat. Du warst wieder einmal zum Greifen nahe und ich fühlte mich so einsam, plötzlich, obwohl ich sonst doch alles habe, was man will, inklusive dieser Spuren von Glück, aber was bleibt ist dieses beständige Gefühl. Manchmal befürchte ich, mich in eine fixe Idee verrannt zu haben, in eine Fiktion, die fernab jeder Realität liegt und never ever erreicht werden könnte. Je länger die Vergangenheit zurück liegt, um so verklärter, gefühlt romantischer wird sie, das Gefühl bleibt als Extrakt, nicht die Probleme, die damit einhergehen, die Unmöglichkeit des Ganzen. Übrig geblieben sind die Träume, die Visionen jeder einzelnen Berührung, jeder Geschmack, jeder Geruch, die Geografie jeden Zentimeters deines Körpers, die wahnsinnige Erotik, die er ausstrahlt, obwohl du das nicht gar wahr haben willst. Ich sehe dich fast jeden Tag und jedes Mal trifft mich der Blitz, durchfährt meinen ganzen Körper, ich sehe unser Leben vor uns und möchte mich am liebsten geißeln für diese fixe Idee, dieses glücklose Häufchen Scheiße, was noch übrig geblieben ist, wenn man mal die Randbedingungen betrachtet. Und doch liege ich nachts wach und wälze mich von einer Ecke zur nächsten, phantasiere vor mich hin, bis zum äußersten und gehe am Morgen fast ein, vor schlechtem Gewissen, gegenüber dir, ihr und mir. Nein, die Tatsache gibt es nicht mehr, das Reale ist endlich (für dich) aus dem Weg geräumt, für dich gibt es jetzt Glück, was mir bleibt ist das beständige Gefühl, das ich nicht abschalten kann und das als Problem weiterhin bestehen bleibt, auch weil es immer ein Vorwurf an ist. Würdest du mich heute fragen (und mich dabei süß lächelnd anschauen, erträume ich mir), was mein größter Wunsch derzeit wäre, eine Nacht mir dir, ganz leise in dein Ohr gehaucht.

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